Junior Handling
Unsere Ortsgruppe veranstaltet Ende März wieder einmal eine Klubsiegerschau und freut sich auch über möglichst viele Junior Handler
Was ist Junior Handling?
Handling bedeutet vorführen oder handhaben, ein Handler ist also ein Vorführer. Die Idee wurde zuerst in den USA umgesetzt, deshalb auch der englische Ausdruck.
Im Gegensatz zum normalen Ausstellungsring wird hier nicht der Hund bewertet sondern die Vorführ-Fähigkeiten des Jugendlichen, eine bestimmte Rasse zu präsentieren. Genauso viel Wert wird aber auch auf das Hund-Jugendlicher-Team und ihr harmonisches gemeinsames Auftreten gelegt.
Die Jugendlichen werden in zwei Altersklassen eingeteilt.
Altersklasse 1: von 9 bis 12 Jahren
Altersklasse 2: von 13-17 Jahren
Hier nun einige der Regeln, die die Jugendlichen beachten sollten:
- Es dürfen keine läufigen Hündinnen vorgeführt werden
- Die Kleidung sollte passend zum Hund gewählt werden, ein schwarzer Schnauzer lässt sich beispielsweise besser präsentieren wenn der Handler nicht auch noch eine schwarze Hose trägt. Die Kleidung sollte nicht zu lässig aber auch nicht zu elegant sein. Die Schuhe sollten bequem sein und man muss mit ihnen auch laufen und rennen können. Dabei sollte man sie nicht verlieren, das habe ich leider selbst bei "professionellen" erwachsenen Handlern gesehen, die mehrmals hintereinander die Ballerinas im Ring verloren haben.
- Die Farbe der Leine sollte der Halsfarbe des Hundes entsprechen und nicht zu kurz und nicht zu lang sein. Ist sie zu kurz, kann der Handler unter Umständen nicht schön um den Hund herumlaufen, wenn es zu lang ist, besteht die Gefahr, dass einem das andere Ende aus der Hand gleitet. Diese soll übrigens die Leine immer schön umschließen, die Leine muss immer aufgerollt in der Handfläche bleiben.
- Die Rasse muss zum Handler passen und er muss sich wohl damit fühlen, 9-Jährige mit Riesenschnauzern sehen zwar nett aus, sind aber damit eher überfordert.
- Die Startnummer muss immer gut sichtbar an der linken Seite oder dem linken Arm getragen werden.
- Der Handler sollte sich vorab etwas über die Rasse informieren, die er präsentiert. Wie heißt sie, wie wird sie gestellt und wie führe ich sie vorteilhaft vor.
- Der Handler soll genau hören, was Richter und Ringpersonal von ihm verlangen. Wenn er es nicht versteht, soll er nachfragen.
- Das Gebiss zeigen sollte mit dem Hund regelmäßig trainiert werden, damit er nichts Negatives damit verbindet, am Anfang erst einmal spielerisch und mit kurzem Öffnen und Leckerli oder Spiel als Belohnung, bei der Präsentation vor dem Richter ist es am besten erst die abgewandte Seite zu zeigen, dann die Vorderseite und dann die dem Richter zugewandte Seite. Dadurch wird die für den Hund unangenehmste Kopfposition zuerst vorgeführt und es wird dann für ihn leichter.
- Nach dem Vorführen der Figur sollte der Hund wieder mit ca. 2 Metern Abstand zum Richter stehen.
- Leckerlis darf man beim Vorführen geben. Allerdings ist es schöner für den Richter, wenn man das erst nach der Zahnpräsentation macht..
Außerdem muss man aufpassen, dass man die Leckerlis nicht unterwegs verliert um die anderen Teilnehmenden zu stören. Fällt doch ein Leckerli zu Boden, bitte gleich aufheben!
- Goldene Regel: niemals zwischen Hund und Richter platzieren.
Das sind eine ganze Menge Dinge, die sich ein Jugendlicher merken muss. Aber auch die Richter müssen Einiges beachten:
- Es wird der Jugendliche und sein Teamwork mit dem Hund bewertet, nicht der Hund selbst
- Der Richter soll klare und verständliche Anweisungen erteilen, geduldig sein, die Ruhe bewahren und alles im Blick haben. Da es unser Interesse ist, dass die Jugendlichen den Spass am Handling behalten und weitermachen, sollten sie keinesfalls entmutigt werden, aber natürlich ist eine Platzierung notwendig und nicht jeder kann der Erste sein. Bei den Platzieren ist es sinnvoll, kurz zu erläutern, nach welchen Kriterien bewertet wurde.
- Das Gebiss soll vom Handler gezeigt werden, der Richter öffnet das Gebiss des Hundes nicht.
- Der Richter sollte alle Figuren des Junior-Handlings beherrschen:
„Geradeaus – Auf und Ab“, „Kreis“, „Dreieck“, „Das T“, „Das L“ und „Auf und ab mit zwei Hunden und Handlern“. (Hier ist darauf zu achten, dass beide Hunde von den Handlern in der Mitte geführt werden und bei der Laufgeschwindigkeit aufeinander geachtet wird.) • Zur Erleichterung der Entscheidung zwischen besonders ausgeglichenen Handlern, kann der Richter auch die Hunde tauschen lassen. Dadurch zeigen sich die Fähigkeiten des Handlers auch mit einem fremden Hund umzugehen, der vielleicht nicht ein solch routinierter Ausstellungshund ist wie der eigene.
Fragen des Richters nach dem Alter, der Rasse und der Anzahl der Zähne des Hundes.
Wichtig ist das Teamwork zwischen Mensch und Hund und die Freude daran.
Fehler beim Juniorhandling:
• Nicht einhalten der Goldenen Regel. • Nicht folgen von Anweisungen des Richters oder Ringpersonal. • Nicht sichtbar eine Ringnummer tragen. • Einen Teil der Leine aus der Hand hängen oder gar die Leine fallen lassen. • Nicht die Rasse/den Standard des auszustellenden Hundes zu kennen. • Leine zu streng, so dass der Hund fast erstickt oder sich nicht wohlfühlt. • Leine zu locker, so dass der Handler keine Kontrolle mehr über seinen Hund hat. • Hund in falscher Geschwindigkeit vorführen, dem Rassestandard nicht entsprechend. • Den Hund nicht rassegemäß, dem Standard entsprechend aufbauen. • Unfreundlicher Umgang des Jugendlichen mit seinem Hund
Die verschiedenen Arten der Präsentation mit Bildern findet man auf dem Regelwerk des VDH zum Juniorhandling, außerdem die bereits erwähnten Punkte, nochmals in ausführlicher Form.
Nun gehen wir noch kurz auf die dort beschriebenen Wenden ein. International gebräuchlich sind diese drei Varianten:
1. Wende nach außen: Der Hund wird im großen Bogen auf der linken Seite um den Handler herum geführt.
2. Wende nach innen: Der Hund wird am Anfang auf der linken Seite geführt. Bei der Wende stehen sich dann Hund und Handler gegenüber, der Handler wechselt die Leine in die rechte Hand und führt den Hund auf der rechten Seite zurück.
3. Show-Wende: Der Hund wird auf der linken Seite geführt. Bei der Wende läuft der Handler mit erhöhter Geschwindigkeit um den Hund herum und führt ihn auf der linken Seite wieder zurück.
Bei allen drei Varianten ist es wichtig, dass der Hund flüssig laufen kann und nicht gestoppt wird.
Auf die Figuren gehen wir noch in einem anderen Post ein. Allen Jugendhandlern und ihren Trainern und Zuschauern wünschen wir viel Spaß bei dieser schönen Beschäftigung.
Hier sind noch zwei Videos von der WDS 2016 in Mailand zur Einstimmung:
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