Wednesday, January 31, 2018

Junior Handling Figuren

Nachfolgend haben wir alle Figuren des Jugendhandlings aufgeführt. Wie Ihr seht, ist das bedeutend schwieriger als das was den Erwachsenen bei einer Ausstellung abverlangt wird. Es ist auf jeden Fall immer besser, wenn man seinen Hund entsprechend präsentieren kann, aber beim Jugendhandling kommt es noch mehr auf die korrekte Ausführung der einzelnen Figuren an, deshalb ist es wichtig, alles mit dem Hund zu trainieren.
Vor allem genügend Zeit, Geduld und Spaß am Training mit dem Hund sind erforderlich. Wie beim Sporttraining ist es ratsamer, öfters kürzere Einheiten einzuplanen. Danach gibt es zur Abwechslung wieder eine Einheit Spiel und Spaß.
Wenn man sieht, dass einzelne Bestandteile der Figur noch problematisch sind, kann man die immer wieder zwischendurch oder beim Gassi gehen üben, vor allem die Drehungen und den Leinenwechsel.

Das perfekte Dreieck



Der Handler versucht ein möglichst gleichschenkliges Dreieck zu laufen. Dabei sollten die Ecken schön ausgelaufen und nicht abgerundet werden, beim Richtungswechsel ist ein kurzfristiges Verlangsamen erlaubt, danach geht es wieder zügig weiter. 
Start: Der Hund steht zwischen Richter und Handler, danach ist es erforderlich, dass der Hund wieder auf die linke Seite wechselt. 
Nun kann der Gang vom Richter nacheinander von hinten, der Seite und von vorne beurteilt werden. 
Beim Eintreffen in der Ausgangsposition wird der Hund wieder auf die rechte Seite des Handlers gebracht.
Da der Handler nie zwischen Hund und Richter stehen darf, muss er nach dem Start und bevor er sich wieder vor dem Richter positioniert, einen Richtungswechsel einleiten.

Die Gerade


Hier wird das Gangwerk von vorne und hinten beurteilt. Hier ist es wichtig, dass man eine gerade Linie vom Richter weg und wieder zurück geht. Das ist manchmal gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Am besten man merkt sich einen bestimmten Punkt am Wendepunkt der Geraden. Auf dem Rückweg kann man sich am Richter orientieren. Es gibt zwei Möglichkeiten der Wende:
1. Wende nach innen: Bis zur Wende wird der Hund links geführt,  danach erfolgt eine Kehrtwende, Hund und Handler gehen aufeinander zu - Wechsel der Leine von der linken in die rechte Hand - Hund wird auf der rechten Seite zurückgeführt
2. Show-Wende:
Der Hund wird hin und zurück links geführt. Vor dem Richtungswechsel beschleunigt der Handler, läuft außen um den Hund herum und führt ihn auf der gleichen Linie zurück.


Das L


Der Richter bestimmt, ob das L nach links oder rechts gelaufen wird. In diesem Fall erfolgt noch die Drehung nach links in der gleichen Position, am Ende des Ls aber kommt der Handwechsel ins Spiel. Der Hundeführer legt die Leine von der linken in die rechte Hand, der Hund dreht quasi auf seiner Hinterhand zum Hundeführer hin und läuft zurück auf der rechten Seite des Handlers, beim Richter angelangt ist man schon in der richtigen Position, Hund steht zwischen Richter und Handler.
Wenn das L dagegen nach rechts führt, muss man schon beim Richtungswechsel einen Handwechsel einführen, damit der Hund so läuft, dass er vom Richter gesehen werden kann. Am Ende des Ls dreht der Handler auf der Stelle, nimmt die Leine wieder in die linke Hand, der Hund dreht sich ebenfalls auf der Stelle und der Rückweg erfolgt weiterhin in dieser Position bis zum Richter, dann wieder Stopp vor ihm, man ist schon in der richtigen Position, Hund steht zwischen Richter und Handler.


Das Dreieck nach links


Der Richter befindet sich nahe der rechten Ringseite. Wie beim perfekten Dreieck muss man den Hund nach dem Start wieder auf die linke Seite bringen und beim Eintreffen beim Richter soll der Hund wieder zwischen Richter und Handler stehen.


Das Dreieck nach links





Kreis - Richter steht außen



Der Handler startet entgegen den Uhrzeigersinn, der Hund läuft links. Jedes Mal wenn er vor den Richter kommt, muss er kurz vorher die Führseite wechseln, das heißt die Leine von der linken in die rechte Hand nehmen. Danach wechselt er wieder auf die andere Seite. Wichtig ist dabei, dass der Handler entsprechend beschleunigt und dass der Bewegungsablauf des Hundes nicht abgestoppt wird. 



Kreis: Richter steht innen

Der Richter steht in der Kreismitte, der Handler startet entgegen dem Uhrzeigersinn und führt den Hund links.

Das T

Auch hier muss man auf die Anweisung des Richters achten, er bestimmt ob der erste Richtungswechsel nach rechts oder links erfolgt


Viel Spaß beim Üben!

Junior Handling

So, liebe Leute, mal wieder was Neues für Euch:
Junior Handling
Unsere Ortsgruppe veranstaltet Ende März wieder einmal eine Klubsiegerschau und freut sich auch über möglichst viele Junior Handler

Was ist Junior Handling?
Handling bedeutet vorführen oder handhaben, ein Handler ist also ein Vorführer. Die Idee wurde zuerst in den USA umgesetzt, deshalb auch der englische Ausdruck.
Im Gegensatz zum normalen Ausstellungsring wird hier nicht der Hund bewertet sondern die Vorführ-Fähigkeiten des Jugendlichen, eine bestimmte Rasse zu präsentieren. Genauso viel Wert wird aber auch auf das Hund-Jugendlicher-Team und ihr harmonisches gemeinsames Auftreten gelegt.

Die Jugendlichen werden in zwei Altersklassen eingeteilt.
Altersklasse 1: von 9 bis 12 Jahren
Altersklasse 2: von 13-17 Jahren

Hier nun einige der Regeln, die die Jugendlichen beachten sollten:
- Es dürfen keine läufigen Hündinnen vorgeführt werden
- Die Kleidung sollte passend zum Hund gewählt werden, ein schwarzer Schnauzer lässt sich beispielsweise besser präsentieren wenn der Handler nicht auch noch eine schwarze Hose trägt. Die Kleidung sollte nicht zu lässig aber auch nicht zu elegant sein. Die Schuhe sollten bequem sein und man muss mit ihnen auch laufen und rennen können. Dabei sollte man sie nicht verlieren, das habe ich leider selbst bei "professionellen" erwachsenen Handlern gesehen, die mehrmals hintereinander die Ballerinas im Ring verloren haben.
- Die Farbe der Leine sollte der Halsfarbe des Hundes entsprechen und nicht zu kurz und nicht zu lang sein. Ist sie zu kurz, kann der Handler unter Umständen nicht schön um den Hund herumlaufen, wenn es zu lang ist, besteht die Gefahr, dass einem das andere Ende aus der Hand gleitet. Diese soll übrigens die Leine immer schön umschließen, die Leine muss immer aufgerollt in der Handfläche bleiben.
- Die Rasse muss zum Handler passen und er muss sich wohl damit fühlen, 9-Jährige mit Riesenschnauzern sehen zwar nett aus, sind aber damit eher überfordert.
- Die Startnummer muss immer gut sichtbar an der linken Seite oder dem linken Arm getragen werden.
- Der Handler sollte sich vorab etwas über die Rasse informieren, die er präsentiert. Wie heißt sie, wie wird sie gestellt und wie führe ich sie vorteilhaft vor.
- Der Handler soll genau hören, was Richter und Ringpersonal von ihm verlangen. Wenn er es nicht versteht, soll er nachfragen.
- Das Gebiss zeigen sollte mit dem Hund regelmäßig trainiert werden, damit er nichts Negatives damit verbindet, am Anfang erst einmal spielerisch und mit kurzem Öffnen und Leckerli oder Spiel als Belohnung, bei der Präsentation vor dem Richter ist es am besten erst die abgewandte Seite zu zeigen, dann die Vorderseite und dann die dem Richter zugewandte Seite. Dadurch wird die für den Hund unangenehmste Kopfposition zuerst vorgeführt und es wird dann für ihn leichter.
- Nach dem Vorführen der Figur sollte der Hund wieder mit ca. 2 Metern Abstand zum Richter stehen.
- Leckerlis darf man beim Vorführen geben. Allerdings ist es schöner für den Richter, wenn man das erst nach der Zahnpräsentation macht..
Außerdem muss man aufpassen, dass man die Leckerlis nicht unterwegs verliert um die anderen Teilnehmenden zu stören. Fällt doch ein Leckerli zu Boden, bitte gleich aufheben!
- Goldene Regel: niemals zwischen Hund und Richter platzieren.

Das sind eine ganze Menge Dinge, die sich ein Jugendlicher merken muss. Aber auch die Richter müssen Einiges beachten:

- Es wird der Jugendliche und sein Teamwork mit dem Hund bewertet, nicht der Hund selbst
- Der Richter soll klare und verständliche Anweisungen erteilen, geduldig sein, die Ruhe bewahren und alles im Blick haben. Da es unser Interesse ist, dass die Jugendlichen den Spass am Handling behalten und weitermachen, sollten sie keinesfalls entmutigt werden, aber natürlich ist eine Platzierung notwendig und nicht jeder kann der Erste sein. Bei den Platzieren ist es sinnvoll, kurz zu erläutern, nach welchen Kriterien bewertet wurde.
- Das Gebiss soll vom Handler gezeigt werden, der Richter öffnet das Gebiss des Hundes nicht.
- Der Richter sollte alle Figuren des Junior-Handlings beherrschen:
 „Geradeaus – Auf und Ab“, „Kreis“, „Dreieck“, „Das T“, „Das L“ und „Auf und ab mit zwei Hunden und Handlern“. (Hier ist darauf zu achten, dass beide Hunde von den Handlern in der Mitte geführt werden und bei der Laufgeschwindigkeit aufeinander geachtet wird.) • Zur Erleichterung der Entscheidung zwischen besonders ausgeglichenen Handlern, kann der Richter auch die Hunde tauschen lassen. Dadurch zeigen sich die Fähigkeiten des Handlers auch mit einem fremden Hund umzugehen, der vielleicht nicht ein solch routinierter Ausstellungshund ist wie der eigene.
Fragen des Richters nach dem Alter, der Rasse und der Anzahl der Zähne des Hundes.
Wichtig ist das Teamwork zwischen Mensch und Hund und die Freude daran.

Fehler beim Juniorhandling:
• Nicht einhalten der Goldenen Regel. • Nicht folgen von Anweisungen des Richters oder Ringpersonal. • Nicht sichtbar eine Ringnummer tragen. • Einen Teil der Leine aus der Hand hängen oder gar die Leine fallen lassen. • Nicht die Rasse/den Standard des auszustellenden Hundes zu kennen. • Leine zu streng, so dass der Hund fast erstickt oder sich nicht wohlfühlt. • Leine zu locker, so dass der Handler keine Kontrolle mehr über seinen Hund hat. • Hund in falscher Geschwindigkeit vorführen, dem Rassestandard nicht entsprechend. • Den Hund nicht rassegemäß, dem Standard entsprechend aufbauen. • Unfreundlicher Umgang des Jugendlichen mit seinem Hund

Die verschiedenen Arten der Präsentation mit Bildern findet man auf dem Regelwerk des VDH zum Juniorhandling, außerdem die bereits erwähnten Punkte, nochmals in ausführlicher Form.

Nun gehen wir noch kurz auf die dort beschriebenen Wenden ein. International gebräuchlich sind diese drei Varianten:

1. Wende nach außen: Der Hund wird im großen Bogen auf der linken Seite um den Handler herum geführt.
2. Wende nach innen: Der Hund wird am Anfang auf der linken Seite geführt. Bei der Wende stehen sich dann Hund und Handler gegenüber, der Handler wechselt die Leine in die rechte Hand und führt den Hund auf der rechten Seite zurück.
3. Show-Wende: Der Hund wird auf der linken Seite geführt. Bei der Wende läuft der Handler mit erhöhter Geschwindigkeit um den Hund herum und führt ihn auf der linken Seite wieder zurück.
Bei allen drei Varianten ist es wichtig, dass der Hund flüssig laufen kann und nicht gestoppt wird.

Auf die Figuren gehen wir noch in einem anderen Post ein. Allen Jugendhandlern und ihren Trainern und Zuschauern wünschen wir viel Spaß bei dieser schönen Beschäftigung.
Hier sind noch zwei Videos von der WDS 2016 in Mailand zur Einstimmung:








Wednesday, January 24, 2018

Action mit Andromeda/ Action with Andromeda

Euer Alpha meldet sich gerade mal wieder. Ich mache meine gewerkschaftlich vorgeschriebene Pause und erhole mich von der kleinen Hexe Andromeda. Die ist aber auch anstrengend, meine Menschen meinen ohne meine Hilfe würden sie das nicht schaffen mit diesem Energiebündel. Ich kann sie also nicht im Stich lassen und muss meinen Erziehungsauftrag als Welpensitter erfüllen. Meine Mama Sissi hält sich da zurück, sie meint dass sie schon genügend Welpen erzogen hat, ich soll ruhig auch mal was machen. Dann ist die Kleine ja auch noch wahnsinnig eifersüchtig und mag gar nicht, wenn ich auch mal gestreichelt werde. Sie meint, dass ich so etwas wie ein großes plüschiges Hundekissen bin und steigt über mich drüber und auf mich drauf, nagt an meinen Ohren und meinem Bart und jammert dabei herum als ob ich das bei ihr machen würde. Am Wochenende hatte ich glücklicherweise ein bisschen frei, da ist sie mit einem 5 Monate alten Riesenschnauzermädchen herum getobt. Die war am Anfang zwar ein bisschen erschrocken weil wir schon ziemlich wild sind, fand es dann aber auch ganz toll.
Hey you, Alpha again. I am enjoying my well deserved break and relax from the little witch Andromeda. She is really a handful, my humans say that they couldn't cope without me caring for this bundle of pure energy. So I can't fail them and have to do my duty as puppy sitter. My mom Sissi keeps quite in the background, she says that she educated already so many puppies, now it is up to me. Furthermore the little girl is very jealous and doesn't like it when I get petted es well. She thinks that I am a large furry dog cushion and walks all over me, sits on me, gnaws on my ears and my beard and wails as if it were me who does it. This weekend I had some time off, though, there was a 5 month old giant schnauzer girl who ran around with her. In the beginning she was a bit frightened because we are a little wild, but then she really liked it!
Andromeda und Freya

Friday, January 5, 2018

Andromeda Krimi/ Andromeda Whodunit

Hey Leute, ich muss mich auch mal wieder zu Wort melden. Das mache ich generell gerne und bin auch sehr gesprächig. Wenn ich mit Alpha spiele, wirft er sich oft auf den Boden und ich nage an seinen Ohren und quietsche herum. Sissi muss ich irgendwie noch mehr motivieren. Da habe ich mich erst kürzlich vor ihrem Hundekorb zum Affen gemacht und sie hat mich keines Blickes gewürdigt.
Hey guys, it is my turn again. Generally I am really quite vocal. When I play with Alpha, he rolls down on the floor and I nap his ears and squeek. Sissi still has to be motivated. So I really made a fool of myself in front of her doggy bed, but she still was quite unimpressed.
Außerdem habe ich schön einige Straftaten hinter mir - also Ausbrechen aus dem Wohnzimmer, Eindringen ins Schlafzimmer, Raub von Geldbeutel und Hausschuhen. Verteilen des Geldbeutelinhalts im Wohnzimmer und Verstecken der Innensohlen der Hausschuhe - wer weiß wo.
Meine Menschen meinen, ich habe Glück, dass ich noch minderjährig bin, ansonsten wäre Einiges fällig:
Furthermore I have been committing some crimes here - Escaping from the living room, intruding in the bed room, theft of wallet and house slippers, throwing the contents of the wallet in the living room and hiding the soles of the slippers who knows where. My humans say I am lucky that I am still a minor, otherwise I'd have major charges waiting for me:
Alpha, Andromeda, Sissi


- Nachstellen §238
Hey, habe ich Euch mitgebracht oder habt Ihr mich geholt?
Stalking - Hey, did I bring you with me or have you been to my place to pick me up?
- Hausfriedensbruch §123
Na ja, ich wohne ja auch da, auch wenn das Schlafzimmer nicht zu meinem Bereich gehört.
Trespassing - well I live here too, although the bedroom isn't included in my territory
- Diebstahl §242
Also, eigentlich habe ich es mir nur geliehen.
Ja, dann sagt Ihr natürlich dann war es zumindest
Theft - well actually I borrowed it. Well then you will say it was at least
- Sachbeschädigung §303
Die Sachen sahen vorher besser aus, das muss ich zugeben
Damage to property - I must admit, the stuff looked better before

Alpha meint, dass er hofft, dass wir nicht beide wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung belangt werden, er ist ja eigentlich schon volljährig mit bald 4 Jahren - obwohl bei einem Schnauzer weiß man das nie so genau..
Alpha hopes that we won't be prosecuted for criminal organization, after all, he is already grown up with nearly 4 years - although schnauzerwise - who knows..





Saturday, December 30, 2017

Kynologische Tagung in Leonberg 2017

Also, das wird jetzt mal wieder ein Menschenartikel vom Besuch der kynologischen Tagung in Leonberg. Die findet jedes Jahr im November statt und es gibt immer sehr interessante Redner aus dem Veterinärbereich die die neuesten Erkenntnisse an die Besucher weitergeben, vorwiegend Züchter und Zuchtwarte. Claudia hat sich überlegt, mich mitzunehmen aber nachdem es voraussichtlich den ganzen Tag regnen würde, haben wir beschlossen, dass wir morgens einen schönen langen gemeinsamen Spaziergang machen und dass ich dann lieber daheim bleibe anstatt mich nach gelegentlichen Spaziergängen dort total durchnässt in die Stadthalle zu legen. War auch eine gute Entscheidung, es ging dieses Jahr auch schon fast wie auf einer Hundeausstellung zu, die Besucher hatten zum Teil drei oder vier Hunde dabei, es gab auch so ziemlich alles von Dackeln über Cavalier King Charles Spaniel, weiße Schäferhunde, Malamute, Berner Sennenhunde, einen Lagotto Romagnolo, Labrador und Leonberger war alles geboten. Schnauzer haben wir keine gesehen, aber das lag vielleicht an der Tatsache, dass im März bereits die Tagung der Landesgruppe stattgefunden hatte und die Züchter und Zuchtwarte bereits ihre Teilnahmebescheinigung für dieses Jahr bekommen hatten. Es ist nämlich so, dass Züchter mindestens alle zwei Jahre und Zuchtwarte mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teilnehmen müssen, unsere Menschen gehen aber gerne öfters, wenn es etwas Interessantes gibt, auch der Austausch mit anderen Züchtern ist immer wieder interessant. Die Tagung wird auch gerne von Menschen aus ganz Deutschland besucht und auch einige Teilnehmer aus der Schweiz waren präsent. Wir waren dieses Jahr bereits auf der Sonderleiterschulung, dann auf dem Seminar zum Thema Fellfarben und jetzt hatten wir die Möglichkeiten zwei interessanten Referenten zuzuhören. Dr. Pasquale Piturru und Dr. Diana Henke
Dr. Piturru ist Fachtierarzt für Kleintiere, Fachtierarzt für Verhaltenskunde und
Fachtierarzt für Tierschutzkundeund hat uns bei diesem Vortrag erst die neuronalen Zusammenhänge und Grundlagen erläutert und ist dann auf einige Fallbeispiele eingegangen. Er hat mehrere Bücher geschrieben, unter anderem "Lassie, Rex und Co. klären auf". Eine kurze Erläuterung zu den Ursprüngen der Hundehaltung - in erster Linie war in früheren Zeiten der Nutzen des Hundes als Wach- und Jagdhund erwähnt, daraus resultieren auch ursprünglich die gezüchteten Rassen. Wenn wir in unserem Fall an den Schnauzer denken, der noch immer als Gebrauchshund geführt wird, muss man auch wieder einmal auf die Ursprünge zurückgehen. In früheren Zeiten war der Schnauzer vor allem ein Hofhund, der den Hof bewacht und von Ratten freigehalten hat, Bierkutschen begleitet hat und auch sehr oft im Polizeidienst und beim Zoll beschäftigt wurde, aber das ist ein anderes Thema, das wir in Zukunft noch behandeln werden. Ein rassetypisches "selbstbelohnendes" Verhalten entsteht einfach dadurch, dass ein gewünschtes Verhalten einer bestimmten Rasse durch die Zucht gefördert oder verstärkt wurde, andererseits versucht man, ungewünschte oder untypische Verhalten wegzuzüchten. Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass der Mensch bestimmte Verhalten seines vierbeinigen Gefährten versteht und auch im Kontext sieht. Natürlich hat ein Jagdhund schon aufgrund seine Genetik einen bestimmten Jagdtrieb, der dann noch trainiert wird, ein Schnauzer ist ein oft selbständig denkender Geselle, der sich einbildet, dass er es manchmal besser weiß als sein Herrchen (und manchmal auch damit recht hat) und ein Berner Sennenhund verfügt über ein ausgeprägtes Territorialverhalten weil er früher vor allem seinen Hof verteidigen musste. Heutzutage hat er diese Aufgabe nicht und dann verteidigt er eben die Parkbank seines Herrchens. Treibhunde sind wendig, weil sie dem Vieh oft ausweichen müssen und zwicken gerne mal in die Beine, wenn es dann keine Kuh mehr gibt, muss gelegentlich das Herrchen oder andere Menschen daran glauben. Andere Hunde wurden speziell für den Schutzdienst selektiert und müssen in bestimmten Situationen aggressiv reagieren und auch beißen, das wird heute noch als Teil der IPO praktiziert. Dann gibt es auch noch die Gruppe der Molosser zu denen unter anderem die Boxer, Mastiff und Mastino Napoletano. Sie waren auch Wachhunde, wurden aber auch zum Kampf gegen Bären und Bullen  gehalten und verfügen über reichlich Masse und relativ kurze Köpfe und Schnauzen. Die Spitze dagegen, vor allem die nordischen wie Huskys und Malamute laufen für ihr Leben gern, sind eher reserviert und auch nicht besonders wachsam, deshalb wurden und werden sie gerne als Schlittenhunde eingesetzt. Andererseits gibt es auch die Jagdvariante der Spitze wie beispielsweise Laika oder Finnenspitz und die Hütehunde, unter anderem der schwedische Lapphund.
Auch in früheren Zeiten gab es die Schoß- und Salonhunde, beispielsweise Malteser oder Pekinese. Sie haben keinen ausgeprägten Bewegungsdrang, sind aber sehr anhänglich und leiden, wenn sie alleine sind.
Was diese ganze Aufzählung zeigen soll: wenn man sich für eine Rasse entscheidet, ist nicht nur die Größe und das Aussehen relevant sondern das Verstehen der rassetypischen Eigenschaften und das Ergründen ob sie kompatibel mit dem eigenen Lebensstil sind. Eine Couch Potato und ein Riesenschnauzer werden gegenseitig keine Freude aneinander haben, eine aktive Person oder Familie dagegen sehr. Auch bei den Schnauzern gibt es aktivere und weniger aktivere Exemplare - abgesehen vom Alter - aber grundsätzlich sollte man sich mit den Ursprüngen vertraut machen. Zusätzlich empfehlen wir, eine Hundeausstellung zu besuchen, wenn man einen Hund in die Familie eingliedern will, und noch nicht weiß, in welche Richtung man sich entscheidet. Hier hat man die Möglichkeit, mit vielen Hundebesitzern und -züchtern der verschiedensten Rassen zu reden. Ich bin sicher, jeder gibt Ihnen gerne Auskunft. Hat man die Wahl schon auf eine oder wenige Rassen beschränkt, kann man gerne auch mal eine Rassehundeausstellung besuchen, wo verschiedene Exemplare vorgestellt werden, oder eine spezifische Sportveranstaltung. Auch ein Anruf beim Züchter ist nicht verkehrt, auch wenn momentan keine Welpen angeboten werden. Wir bekommen des öfteren Anrufe von Interessenten, die wir an Kollegen weitervermitteln wenn wir keinen Wurf oder keine Welpen mehr haben und geben auch gerne Auskunft zur Rasse und wir denken, die meisten Züchter machen das genauso gerne wie wir. Es ist wichtig, dass man es sich genau überlegt wenn man einen Hund in die Familie aufnimmt und wir genießen die Möglichkeit einfach einmal mit Züchtern und Besitzern anderer Rassen zu reden, sei es auf einer Ausstellung, Sportveranstaltung oder im Verein. Ich hatte bei der Tagung auch dieses Mal wieder die Möglichkeit, interessante Rassen kennenzulernen, und mit anderen Züchtern zu reden, man lernt immer dazu und die Vorträge sind genauso wichtig wie der Austausch mit anderen Hundeliebhabern.
Zurück zum Vortrag:
Thema 1. Teil:
Wege zur Steigerung der Lern- und Sozialverträglichkeit der Welpen
Es ging dabei um erfolgreiches Lernen durch Verstehen und ein Einprägen in das Gedächtnis durch Wiederholungen.
Auch der Hund verfügt über verschiedene Arten des Gedächtnisses: das Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis, eidetisches Gedächtnis (fotografisches Gedächtnis). Emotionen wirken dabei positiv und negativ verstärkend.
So ein Vortrag ist leider relativ kurz für die Komplexität des Themas und es wurden vielfältige Hinweise auf weiterführende Literatur hinzugefügt. Deshalb möchte ich einfach auf verschiedene Quellen eingehen, die Herr Piturru im Laufe der ersten beiden Stunden erwähnt hat. Der Interessierte sollte einfach einmal die verschiedenen Links verfolgen um sich weiter über das Thema zu informieren.
Eine Person war beispielsweise Nelson Dellis, ein Gedächtnisathlet. Leider konnte ich jetzt nicht erkennen, ob sich Dellis auch mit dem Gedächtnistraining von Tieren beschäftigt hat, auf jeden Fall ist er regelmäßig international auf Gedächtniswettbewerben unterwegs und hat dort ein sehr hohes Niveau erreicht. Außerdem war er auch als Veterinärtechniker tätig. Aber vielleicht hilft es uns einfach, seine Erkenntnisse auf unser Hundetraining zu übertragen und besser zu verstehen wie es unserem Hund leichter fällt, sich gerne an etwas zu erinnern beziehungsweise zu vermeiden, dass etwas negativ in seinem Gedächtnis verankert bleibt.
Wie auch für das menschliche Hirn, ist auch für das Hundehirn eine synaptische Plastizität sehr wichtig, das Langzeitgedächtnis wird verstärkt durch die Faktoren - lernen, konsolidieren, erinnern und vergessen.
Der Hund ist außerdem ein Makrosmatiker= Nasentier, deshalb ist er und, was den Geruchssinn betrifft, meilenweit überlegen. Als wir einmal über das Mantrailing berichteten, wurde das ja bereits erwähnt. Die olfaktorische Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil und kann sehr zum Vorteil genutzt werden (beispielsweise Therapiehunde die einen Zuckerschock erkennen, bevor es der Diabetiker selbst merkt), aber auch manchmal zum Nachteil wenn sich die Nervosität und Prüfungsangst des Besitzers auf den Hund überträgt und er das was er vor der Prüfungssituation ganz im Sinne seines Teampartners absolvierte plötzlich gar nicht mehr machen möchte. Das haben wir selbst bei der BH-Prüfung erlebt, während wir beim Turnierhundsport super zusammen arbeiten konnten, einfach weil ich dann auch entspannt war und es uns beiden Spaß gemacht hat.
Ein anderer wichtiger Forscher der erwähnt wurde ist Thorndike, der Begründer der instrumentellen Konditionierung und Skinner, der sich mit der Operanten Konditionierung beschäftigte.
Dazu wurde uns dieses nette Beispiel präsentiert:


Skinner und Watson beschäftigten sich auch mit dem Behaviorismus, der von positiver und negativer Verstärkung handelt.
Der Name Pawlow wird den meisten wohl ein Begriff sein, denke ich, ebenso wie der "Pawlowsche Hund", wenn nicht, folgen Sie diesem Link.
Immer wieder kommen wir auf das Wort "Konditionierung" zurück. Bei Hunden kann bis jetzt eine Konditionierung bis zur 3. Ordnung nachgewiesen werden. Das bedeutet, es ist leider nicht so einfach, wie man sich das vorstellt, sei es im gewollten als auch im ungewollten Fall. Gerade bei Hunden, die schon mehrere Besitzer hatten und deren Vorgeschichte man nur bedingt kennt, ist es schwierig diese komplexe Situation nachzuvollziehen. Wenn man einen Hund als Welpen bekommt, kann man sich noch mit den Züchtern kurzschließen, wenn man Fragen hat, bei Hunden mit einer langen und vielfältigen Vergangenheit ist das leider nicht immer möglich. Ein relativ einfacher Fall war einer unserer Spaziergang mit einem kleinen Hunderudel. Plötzlich war der eine der Hunde längere Zeit abgängig obwohl er in der Regel gerne mal größere Kreise zieht aber immer innerhalb kürzester Zeit zurück kommt. Es war zwar im Wald aber so ein großer Jäger war sie auch nicht. Wir sind dann einige hundert Meter zurück gelaufen und dann kam sie uns schon ganz verzweifelt entgegen. Sie selbst war froh, dass sie uns wieder sah und blieb dann erst einmal eine Zeitlang in unmittelbarer Nähe. Was war der Grund? Wir haben eine Strecke zurückgelegt bei der sie gemeinsam mit ihrem Frauchen normalerweise an einer bestimmten Kreuzung links abbiegt. Tatsächlich hatte die mir gesagt, dass sie normalerweise eine andere Strecke laufen. Der Hund hatte also vermutet, dass wir den gewohnten Weg verfolgen und war dann selbst überrascht, dass er uns nicht sofort wieder einholte. Da sie von klein auf beim Besitzer ist und diese sie kennt, konnten wir ziemlich schnell nachvollziehen wie diese Situation zustande kam.
Verstärkung bedeutet, dass der Hund an den Folgen seines Verhaltens lernt (siehe Video)
Nun noch zu den Begriffen positive/negative Belohnung beziehungsweise positive/negative Strafe,
diese sollten nicht emotional sondern rein mathematisch betrachtet werden.
Folgende 4 Fälle sind möglich:
Positive Belohnung: Es wird etwas Angenehmes hinzugefügt, Emotion: Freude
Beispiel: Hund macht Sitz und bekommt ein Leckerli, Hund lässt sich abrufen und darf dann mit dem Ball spielen
Negative Belohnung: Etwas Unangenehmes wird weggenommen; Emotion: Erleichterung
dafür muss man den Hund aber erst in eine unangenehme Lage bringen, das kann das Herunterdrücken des Hundes sein, damit er Sitz oder Platz macht, wenn man die Hand dann wieder entfernt, ist es eine Erleichterung oder der Hund spürt, dass sie es überhaupt nicht gut finden, wenn er sich beim Essen dem Esstisch nähert. sobald er wieder auf seinen Platz geht, ist die Stimmung entspannt und er fühlt sich erleichtert
Positive Strafe: Etwas Unangenehmes wird hinzugefügt; Emotion: Angst, Unsicherheit, Schmerz
Die positive Strafe ist sehr umstritten und komplex, wichtig ist vor allem, dass sie unmittelbar erfolgt, damit der Hund sie noch mit der entsprechenden Situation verbinden kann, außerdem muss sie stark genug sein, dass sie nicht ständig wiederholt werden muss, sie sollte auch nicht mit anderen Situationen oder Personen in Verbindung gebracht werden. Mir fallen dazu zwei Situationen ein. Wir hatten einmal einen Hund, der grundsätzlich pöbelte, wenn wir mit dem Auto anhielten um kurz mit jemandem zu sprechen, beispielsweise nach dem Weg zu fragen. Er bellte dann so laut dass wir unseres eigenes Wort nicht verstanden, grundsätzlich war er aber ein wirklich verträglicher Geselle und bellte nicht einfach fremde Menschen an. Als wieder einmal diese Situation aufkam, bekam er kurz eine Ansage indem man das Heck aufriss und ihm klarmachte, dass das so nicht geht. Seither hat er das nicht wieder gemacht. Vielleicht war er der Meinung, dass er unser Auto verteidigen musste und ich habe auch kein Problem damit, dass er bellt wenn sich ein Fremder dem Auto nähert, das machte er dann weiterhin. Andererseits kannten wir einen Hundebesitzer, der seinen Hund eine halbe Stunde lang anleinte und ihm jeden Sozialkontakt verbot weil er etwas Unerwünschtes getan hatte, ich habe meine Zweifel ob der Hund das ihn diesem Fall wirklich verstanden hat.
Negative Strafe: Etwas Angenehmes wird weggenommen; Emotion: Enttäuschung, Frustration
Wer kennt das nicht: Man kommt nach Hause, der Hund freut sich und springt an einem hoch, an sich eine sympathische Situation aber nicht immer gewollt und noch unangenehmer, wenn er das bei anderen Menschen macht. Der Tip ist eigentlich immer der, dass man sich umdrehen und den Hund nicht beachten soll. Ganz ehrlich: Bei unseren Hunden hat das noch nie geklappt, ich mache es immer so, dass ich die Situation umlenke und ihn ganz schnell beschäftige, mit einem Spielzeug oder wenn gerade keines zur Hand ist, ein paar Übungen um den Hund abzulenken und ihn dann loben zu können. Sollte jemand einen besseren Tip haben, würde ich mich freuen. Auf jeden Fall ergibt sich so keine Frustration auf beiden Seiten.
Im zweiten Teil erzählte Herr Piturru und über ängstliches Verhalten, ihre Bekämpfung und den Einsatz von Pheromonen.
Die typischen Reaktionen sind dann die 4 Fs: Flight (Flucht), Freeze (Erstarren), FidgetFlirt (Übersprungshandlungen), Fight (Kämpfen) - als aufmerksamer Hundebesitzer merkt man also schon, wenn der eigene Hund sich unwohl fühlt und dies anzeigt.
Ich muss sagen, mit ängstlichem Verhalten bei Hunden hatten wir selbst nie zu tun, unsere Hunde waren bis jetzt immer sehr selbstbewusst, dabei waren vier aus zweiter oder dritter Hand, aber ich habe oft Kontakt zu Leuten, die Hunde aus dem Tierheim haben und es ist eine sehr schwierige Aufgabe, die meinen ganzen Respekt hat. Wie ich bereits oben geschrieben habe, kann eine Konditionierung bis zur 3. Ordnung nachgewiesen werden und oft ist nicht nur ein einzelner bekannter Faktor für Angstverhalten verantwortlich. Die Hunde, die wir bereits als Welpen hatten, hatten beispielsweise nie Probleme mit Schüssen oder Silvesterkrachern, sie haben einfach nichts Negatives damit verbunden, auch von unserer Seite wurden sie emotional nicht negativ dahingehend beeinflusst. Wenn der 1. Silvester kam, haben wir sie mit herausgenommen, haben ihnen gezeigt, dass das nichts Schlimmes ist und es war ihnen eigentlich egal ob sie drinnen oder draußen waren, Hauptsache gemeinsam mit uns. Jedes Jahr ist die Silvesterdebatte ganz groß in den sozialen Medien (oder vorher einfach in analogen Gesprächen) präsent, tatsächlich habe ich erst über Internet erfahren, dass manche Hunde dann Psychopharmaka oder Ähnliches bekommen, um die Silvesternacht unbeschadet zu überstehen. Auf diese Idee wäre ich von alleine wirklich nicht gekommen. Auch Eierlikör schein ein probates Mittel zu sein wobei ich immer noch dafür plädiere dass den lieber die Besitzer trinken sollten. Wir hatten eine Hündin, die wir mit drei Jahren zu uns genommen hatten und grundsätzlich überhaupt nicht ängstlich war, aber am Nachmittagsspaziergang vor Silvester ging sie quasi auf Tuchfühlung mit uns, was sonst eigentlich nicht der Fall war. Auch in diesem Fall ließen wir sie an Silvester in Ruhe, zwangen sie nicht, hinauszugehen, aber machten auch nicht allzu viel Aufhebens um die Situation. Inzwischen habe ich auch den Eindruck, dass es mit der Böllerei nicht ganz so schlimm ist wie vor einigen Jahren. Ich glaube einfach, dass Silvester und das Verhalten von Mensch und Hund sehe emotional geprägt ist und wenn der Mensch sich in die Situation herein steigert, macht das auch der Hund, der das instinktiv spürt.
Abgesehen davon gibt es natürlich noch andere Situationen, in denen der Hund negative Erfahrungen gemacht hat und Dr. Piturru hat uns von einem Hund erzählt, der Angst hatte, ein bestimmtes Geschäft zu betreten weil er wohl irgendwann schlechte Erfahrungen gemacht hat und diese mit dem Betreten verbunden hat. Nun galt es, diese Konditionierung durch eine positive Konditionierung auszuschalten. Dies kann durch Pheromone geschehen. Der Grundgedanke ist, dass das Muttertier bestimmte Pheromone verströmt, die dem Welpen Geborgenheit und Selbstvertrauen geben, und die werden da auch eingesetzt.
Da ich das Thema ganz interessant fand, habe ich weiter im Internet gegoogelt und beispielsweise diese Beitrag von Moe and Me gefunden.
Zum 3. Teil: Frau Dr. Diana Henke ist Tierneurologin und Oberärztin an der Hasenbergklinik Stuttgart.
Ihr erstes Thema:
Brain on Fire - Hirnhautentzündungen beim Hund
Entzündliche Erkrankungen des Gehirns können verschiedene Ursachen haben:
1. Infektiös durch Viren, Protozoen (tierische Einzeller), Bakterien oder Pilze
2. Idiopathisch (ohne bekannte Ursache)
Idiopathische, entzündliche "rassespezifische" Entzündungen des Gehirns beim Hund:
1. Granulomatöse Meningoencephalitis (GME)
2. Nekrotisierende Meningoencephalitis (NME) - Mops Encephalitis
3. Nekrotisierende Leukoencephalitis (NLE) - Yorkshire Terrier Encephalitis
4. Non conforming Encephalitis (NCE) - Mops und Yorkhire Terrier
zum Abschluss das 4. Thema dieses Tagungstages:
Epilepsie beim Hund - Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
Folgende Anfallsarten sind möglich:
Lokal - es sind einzelne Stellen des Körpers betroffen
Anzeichen: Fliegen schnappen, Ohren zucken, Lefzen zucken, Wand anstarren
Generalisiert - das gesamte Gehirn ist betroffen:
Anzeiche: Krämpfe, Harn- und Kotabsatz, Bewusstlosigkeit

Anfallsarten:
Selbst limitierend - der Anfall hört nach wenigen Minuten auf
Status epilepticus - anhaltend und länger als 30 Minuten - NOTFALL!
Cluster - zwei oder mehr Anfälle innerhalb von 24 Stunden - NOTFALL!
Die Stadien eines Anfalls:
Der Anfall beginnt mit dem Prodromalstadium (Stadium in dem uncharakteristische Vorzeichen oder Frühsymptome auftreten), es findet beispielsweise ein verändertes Verhalten statt.
Dann kommt die "Aura", sie kann Minuten oder Stunden dauern, mögliche Anzeichen: bellen, lecken, speicheln
Der eigentliche Anfall (Ictus) - ein unkontrollierter Muskeltonus oder Bewegungen finden statt - Dauer: Sekunden bis Minuten
Erholungsphase (post Ictus) - stellt sich eventuell mit verändertem Verhalten oder Blindheit dar (Dauer Minuten-Tage)
Die Ursachen dafür können vielfältig sein:
Reaktiv:
als Folge metabolisch/toxischer Erkrankungen
- Leberfunktion (hoher Ammoniakspiegel)
- niedriger Blutzuckerspiegel
- Elektrolythaushalt (Na, Ca, P)
Symptomatisch:
- Folge struktureller Gehirnveränderungen
- Entzündungen
- Tumore
- Missbildungen
Idiopathisch:
Es wurde keine reaktive oder symptomatische Ursache gefunden
- findet oft bei Hunden zwischen 1 und 5 Jahren statt
- eine neurologische Untersuchung zeigt ein normales Ergebnis

Wahrscheinlich symptomatisch_
- es wurde keine reaktive oder symptomatische Ursache gefunden
- kommt bei alten Hunden vor
- die neurologische Untersuchung zeigt ein abnormales Ergebnis
Erforderliche Untersuchungen bei Anfallbeginn unter einem Jahr:
Leber, Leberfunktionstest
Ultraschall
Harnuntersuchung
MRT und Liquor empfohlen
Eventuell spezifische Untersuchungen erforderlich
Erforderliche Untersuchungen bei Anfallbeginn zwischen 1 und 5 Jahren:
Laboruntersuchungen, ggf. Leberfunktionstest
MRT und Liquor anbieten
Therapie
Anfallbeginn älter als 5 Jahre oder unter 5 Jahre und abnormales Ergebnis bei der Untersuchung:
Labor fT4, cTSH
Röntgen Thorax, Ultraschall
MRT und Liquor empfohlen
Beispiel Orpheus:
Neurologische Untersuchung:
Anfälle (zuhause)
Passgang
ansonsten unauffällig
Neurolokalisation:
Großhirn
Differentialdiagnosen:
Idiopathisch
neoplastisch
metabolisch/toxisch
entzündlich

Labor: Blutbild/Blutchemie
Ammoniakspiegel
Gallensäurestimulationstest
Röntgenthorax
MRT
Liquorpunktion
alles resultiert als normal,  Verdachtsdiagnose idiomatische Epilepsie

Ideopathische Epilepsie:
- Jeder Hund kann betroffen sein
- Der erste Anfall findet normalerweise zwischen 1 und 5 Jahren statt
- Die neurologische Untersuchung resultiert als normal
- Mehrere Hunderassen sind häufiger betroffen (Familiäre Epilepsie - vermutliche Erbgänge sind bei einigen Rassen beschrieben) - Lagotto Romagnolo, Deutscher Schäferhund, Dackel, Irischer Wolfshund, Berner Sennenhund, Beagle, Tervueren, Magyar Viszla, Spitz, Golden und Labrador Retriever, Bobtail. Englischer Springer Spaniel, Pudel, Border Collie
- Es gibt bisher keine Gentests außer bei juveniler Epilepsie beim Lagotto Romagnolo

Therapie:
Phenobarbital 2,5 mg pro/ kg BID
Kaliumbromid 20 mg pro/kg BID
Imepitoin 20 mg pro/kg BID
Gabapentin 10 mg pro/kg BID
Levetiracetam10-20 mg pro/kg BID

Probleme bei Antiepileptika:
Diazepam:
Wird nicht als dauerhaftes orales Medikament beim Hund empfohlen
Nicht effektiv genug
Kurze T1/2
Induziert Leberenzyme
Physische Abhängigkeit
Toleranzentwicklung

Phenobarbital
Polyphagie, physische Abhängigkeit, Entwickeln ev. funktioneller Intoleranz, hepatotoxisch(ALT, AP, GGT induziert, aber AST, BS, Bili, Sono nutzbar) TSH erhöht, TT4, IT4 erniedrigt,
Nebenwirkungen meist nur in Kombination mit Phenobarbital
PD/PU, Polyphagie
Ausfällung bei Aufnahme von NaCl (Meerwasser)
Bei zu hohem Spiegel: Ataxie, Parese (Lähmung), Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
Wirkspiegel erst nach 3 Monaten


Am Beispiel Orpheus:
Therapiebeginn mit Phenobarbital
Nebenwirkungen:
vermehrter Appetit
Leberenzymerhöhung
Erste zwei-drei Wochen Müdigkeit
Kalender führen!!
Notfall: Status Epileptikus
Diazepam rektal, sofort zum Tierarzt!


Epilepsie ist natürlich ein sehr komplexes Thema und wie man aus den oben zusammen getragenen Stichpunkten erkennen kann, müssen bei Verdacht auf Epilepsie erst einmal diverse andere Krankheiten durch verschiedenste Untersuchungen ausgeschlossen werden. Auf jeden Fall hat Frau Dr. Henke uns erst einmal einen ersten Einblick gewährt und viele der Begriffe musste ich auch erst einmal im Internet nachsehen, deshalb hat sich der Beitrag auch ein bisschen verzögert. Es gibt auf jeden Fall noch Einiges zu lernen und falls jemand den Verdacht haben sollte, dass sein Hund unter Epilepsie leiden könnte, haben wir die Spezialistin ganz in unserer Nähe in der Hasenbergklinik.







Thursday, December 21, 2017

Waldspaziergang/ A walk in the woods

Hallo Leute, ich muss Euch mal wieder berichten, ich bin nämlich zur Zeit total angesagt. Wer sagt denn, dass reifere Frauen keine Chancen haben. Außerdem stehen kleine Männer total auf mich. Letztes Wochenende wich Cebi nicht von meiner Seite und dieses Mal war es Lucio. Der hatte ein schickes rotes Mäntelchen und hat mich die ganze Zeit angebaggert. Also ich habe da noch ganz schöne Chancen obwohl ich schon einige Kinder hatte und jetzt 8,5 Jahre alt bin. Kann also meinen Hundefreundinnen, die sich immer beschweren, dass sie keine Männer kennenlernen, nur empfehlen, einmal einen unserer Facebook-Gassi-Treffen zu besuchen. Obwohl, waren ja beide nicht gerade mein Typ, kein Vergleich mit Larry King und Faiz, den Vätern meiner Kinder...
Aber schön, dass man noch begehrt wird. Es waren auch wieder ganz viele große Hunde dabei, eine Doggerdame, eine Dalmatinerin, zwei Rottweiler, eine Schäferhündin, ein Labrador, ein Bully, der ging ab wie der Teufel, und und und.. Wir hatten knackig kaltes Wetter und eine tolle Runde rund um den Rotenacker Wald. Die beiden fleckigen Hunde haben sich optisch perfekt dem Winterwald angepasst..

Lucio nähert sich an/ Lucio is coming close

Lucio kann's nicht lassen/ Lucio continuing

Lucio stallt immer noch/ Lucio still stalking

Hey Lucio, jetzt ist mal gut/ Hey Lucio, now it is enough

Er gibt nicht auf/ Never giving up


Mimikry


Hey guys, I have to report again, I am totally hot at the moment. Who says that more mature women don't have any chances. And - short men really love me. Last weekend Cebi didn't yield from my side and this time it was Lucio. He had a really cute red coat and went on to me all the time. That means I really have chances although I had already several kids and 8,5 years. So to all my dog friends who are complaining that they don't get to know any men, I just can recommend to visit one of or Facebook walks. Although, they weren't really my kind of boys, not to compare to Larry Kind or Faiz, the fathers of my kids...
Good to know, that I am still coveted. There were many big dogs, a great dane, a dalmatian, two rottweilers, a German shepherd dog, labrador, bull dog which went on like the devil and and... We had frosty weather and a great round around Rotenacker wood. The two spotty dogs made a perfect match with the winter forest.

Sunday, December 3, 2017

Schnee - snow

Hey Leute, die letzten Tage gab es richtiges Schnauzerwetter. Schön kalt, noch ein bisschen matschig aber toll zum Austoben. Wir waren mal wieder beim Freitagstreff und haben danach ein paar THS- und Rally Obedience Übungen gemacht. Ich war total euphorisch und deshalb habe ich auch die Tunnelübung neu interpretiert.
8,5 Jahre alt, aber den Jungen zeige ich es noch
8.5 years, but still keeping up with the youngsters
Und Steg mit Schnee ist auch kein Problem/ No problem with snowy dog plank.

Hey guys, these days we had really great schnauzer weather. Cold, maybe still too muddy, but great for having a fling. We had been to our Friday meet up and also made some dog athletics and rally obedience training. I was totally euphoric and so I also gave a new twist to the tunnel exercise.
Dann waren wir noch mit einem ganzen Rudel Hunde aller Arten unterwegs, fast alle groß, nur ein paar kleine waren dabei, darunter auch Zwergpinscher Cebi, der alte Macho. Also wenn ich nicht so gutmütig wäre, hätte ich Claudia verklagt, dass sie sich nicht für meine Rechte einsetzt wegen sexueller Belästigung am Hundeplatz, aber ich kann mich ja ganz gut selbst wehren wenn Cebi mal wieder zu aufdringlich ist. Wer weiß wie das dann ausgegangen wäre, vielleicht hätte jemand gesagt, dass ich selbst schuld bin weil ich noch so gut rieche nach meiner Läufigkeit und dass ich ihn provoziert habe.. Vielleicht wollte er auch nur mal üben, er darf nämlich vielleicht bald ein standesgemäßes Zwergschnauzermädchen beglücken, da will ich seinem Glück nicht im Wege stehen, nicht dass er dann Vorstrafen hat und nicht mehr darf. War ein schöner langer Spaziergang mit lauter freundlichen Hunden in allen Farben und hat uns sehr viel Spaß gemacht.
Then we also had a walk with a whole bunch of dogs of all kinds, nearly all big ones, some small dogs too including mini pinscher Cebi, Mr. ladykiller. I must say, I am really a patient bitch, otherwise I would have pressed a suit against Claudia because she wasn't defending my rights regarding sexual harassment at the dog park, but I still can defend myself when Cebi gets too intrusive.  Who knows what would have happened eventually, maybe the'd say that I provoked it due to smelling so good after my time of heat...  Maybe he just wanted to practise for his future commitment as stud dog, as I heard there might be the possibility for him of mating with an adequate mini pinscher girl and I don't want to cause him problems that result in a previous conviction which prohibits such an act of pleasure for him and his future fiancee. It was a beautiful long walk with lots of nice dogs of all colors and we enjoyed it a lot.

Cebi schleicht sich an/ Cebi stalking

Von der Seite/ Lateral

Von unten/ from the bottom

Cebi kapiert's nicht/ Cebi doesn't get it