Heute hat mich Claudia gefragt ob sie auch einmal wieder in mein Blog schreiben kann. Eigentlich bin ich ja ein bisschen beleidigt: Meine Menschen waren auf der Züchtertagung und haben mich nicht mitgenommen. Dabei ging es um neugeborene Welpen, also etwas das mich doch auch direkt betrifft und ein Wörtchen kann ich aus Erfahrung mitreden. Ich will aber mal nicht so sein und gönne ihnen eine Auszeit ohne meinen wachsamen Blick. Hoffentlich haben sie dabei auch viel gelernt!
Today Claudia asked me if I allowed her to write again in my blog. Actually I feel a bit offended. My humans were at a breeder's convention and didn't take me along. The subject was the newly born puppies, so something which affects me directly and with my experience I could share some of my knowledge. Never mind, I let them have some time without me and my critical mind. Hope they learned a lot!
Ja, liebe Sissi, das haben wir tatsächlich. Bei unserer Tagung am 22. März in Stuttgart hatten wir das Glück, Hartwig Bostedt, ehemals Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit tierärztlicher Ambulanz der Justus-Liebig-Universität als Vortragenden zu erleben und von seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz zu profitieren.
Dass er natürlich auch Professor Dr. Dr. HC etc ist, musste er nicht erst hinzufügen; ob aus Bescheidenheit, um Platz zu sparen oder weil es einfach selbstverständlich ist, sei offen gelassen.
Einen solch kompetenten und humorvollen Vortrag haben wir schon lange nicht mehr gehört und wir hatten auch die Möglichkeit Fragen während des Vortrags und danach zu stellen. Außerdem hat uns Herr Prof. Bostedt freundlicherweise angeboten, ihn gerne per E-Mail zu kontaktieren wenn weitere Fragen auftauchen mit dem Versprechen, sie sobald wie möglich zu beantworten. Trotz seiner langjährigen Erfahrung ist er als engagierter Wissenschaftler immer an Neuigkeiten interessiert und freut sich, wenn er selbst auch noch dazulernen oder noch ungeklärte Aspekte aufklären kann.
Yes, my dear Sissi, in fact we have. During our seminar on the 22nd of March in Stuttgart we were lucky to have Hartwig Bostedt, former hospital for delivery, gynecology and andrology for small and little animals with veterinarian ambulance of the Justus-Liebig-University and take advantage of his experience of many ears. Of course he is also Professor Dr.Dr. HC and so on, he didn't have to mention that - if for modesty, to economize on space or that it is self-evident, who knows. We haven't heard such a proficient and humorous lecture for a long time and we had the possibility to pose questions during and after the speech. Furthermore Prof. Bostedt had offered very kindly to contact him via e-mail if there were more questions with the promise to answer them as soon as possible.
In spite of his life long experience he is still an eager scientist interested in news and happy to continue to learn or discover not yet explored facts.
In der ersten Hälfte ging es allgemein um die Biologie des neugeborenen Welpen und die Maßnahmen von Seiten des Züchters während der Aufzuchtperiode.
Nach einem leckeren Mittagessen wurden Krankheiten bei Welpen behandelt.
Die Tagung war sehr gut organisiert, wir hatten einen schönen Tagungsraum im Kulinarium an der Glems, auch der Service war vorbildlich.
During the first part we learned about the biology of the newly born puppy in general and the measures to be taken from the breeder during their upbringing. After a yummy lunch, diseases of puppies were talked about. The convention was very well organized, we had a great meeting room in the Kulinarium at the river Glems, service was perfect, too.
Abgesehen davon gab es auch die Möglichkeit, sich mit alten und neuen Bekannten auszutauschen und das Neueste von den anderen Züchtern zu erfahren.
Auch für Züchter, die schon Jahrzehnte dabei sind, gab es viel Interessantes zu lernen und zu erfahren wenn Herr Prof. Bostedt aus der Praxis berichtete.
Jeder Züchter im PSK muss mindestens alle zwei Jahre an einer Fortbildung teilnehmen und selbst wenn man meint, bereits alles zu wissen, gibt es sicher noch die eine oder andere neue Erkenntnis; beispielsweise dass ein Welpe ohne Atmung noch bis zu 30 Minuten reanimiert werden kann.
Ein anderer Aspekt war der, dass die Futtermittelindustrie sich die gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der Welpenentwicklung zunutze macht. In gewissen Phasen bei der Aufzucht des Welpen kann bereits eine Prägung auf bestimmte Inhaltsstoffe in der Nahrung stattfinden, die der Welpe dann bei der zukünftigen Nahrungsaufnahme immer wieder sucht und zu finden hofft.
Apart from that, we had the possibility to exchange news with colleagues and friends. Even for breeder with tenths of years of experience there was lots of interesting information. Every breeder in the PSK (Pinscher and Schnauzer Club) has to participate in a seminar every two years and even if you think to know already everything, there are still new insights for everyone. For example that a puppy which doesn't breathe can be reanimated up to 30 minutes. Another remark was the fact that the pet food industry uses the insights which were made concerning the different stages of growing up in a puppy. Already at an early age specific ingredients in their food can be defining their taste. So the puppy will be searching for them again when fed in his future life.
Der kleine Welpe landet bei der Geburt in einer Schocksituation: Aus seiner keimfreien, dunklen, druckfreien und geräuschlosen Fruchtkammer wird er hinausgeschleudert und mit dem Ernst des Lebens konfrontiert.
Andere Druckverhältnisse, ein Absinken der Temperatur um 15 Grad Celsius und ganz neue Berührungs- und Lichtreize, ganz zu schweigen von den Umweltkeimen, die ihn bedrohen.
Seine ersten Reaktionen: Die Suche nach der Mutterzitze die wärmer ist als die Umgebung. Durch seine Wärmerezeptoren im Stirnbereich kann der neugeborene Hund sich orientieren. Er bewegt sich robbenmäßig auf die Mutterbrust zu, wenn er sie nicht findet, stößt er „Hilfeschreie“ aus.
The little puppy is confronted with a situation of shock when being born: Out of his dark fruit chamber void of germs, sounds and pressure, he comes into this world full of danger. Another pressure situation, the temperature descends about 15 centigrades Celsius and other stimuli of contact and light, as well as germs provided by the environment threaten his existence. His first reactions: The search for the mother's teat which is warmer than the environment. His temperature receptors at the front of his face allow him to orientate himself in this direction. He advances like a seal in the direction of his mother's breast and if he doesn't find it, he utters little screams for "help.
Wichtig ist hier eine gut vorbereitete Welpenbox in der sich die Mutter ausstrecken kann. Die Wärme muss von unten kommen, da sie nach oben steigt, eine Rotlichtlampe ist ungeeignet da sie von oben Wärme abstrahlt, austrocknet und das Muttertier dazu verleitet, sich ihr zu entziehen wenn es ihr zu warm wird.
Wie Sie sicher wissen, entwickeln sich die Organe beim Welpen nur langsam. Die Augen öffnen sich nach dem 10. Lebenstag, die Ohren nach dem 13. Lebenstag.
Innerhalb von 10 Tagen verdoppelt sich das Körpergewicht. Da sich die Magen-Darm-Blasen-Tätigkeit erst langsam entwickelt, wird der Bauch von der Zunge der Mutter stimuliert, die Exkremente werden anfangs von ihr abgeleckt. Erst ab der 3./4. Lebenswoche beginnt der Welpe mit der Eigenproduktion von Immunglobulinen. Da viele Welpenbesuche oft nach einem Monat stattfinden, ist es wichtig, dass sich die Besucher desinfizieren und die Welpen möglichst mit Handschuhen anfassen, am besten aber gar nicht. Der Herr Professor empfiehlt sterile Papierüberschuhe um den Besuchern das Ablegen der Straßenschuhe zu ersparen. Es ist einfach so, dass Besucher Keime ins Haus bringen für die die Kleinen noch keine Abwehrstoffe entwickelt haben.
Aus dem selben Grund empfiehlt man dass die Mutterhündin drei Wochen vor der Geburt keinen abrupten Ortswechsel mehr vornehmen muss. Eine Katze die mit im Haus kann sich dafür jederzeit der Hündin nähern da beide die selben Keime mit sich führen. Bei der Abnabelung empfiehlt Herr Prof. Bostedt, es die Hündin selbst machen zu lassen wenn sie damit nicht offensichtlich überfordert ist.
Very important: a well prepared puppy box where the mother has the possibility to stretch out. The heat must come from the bottom because it rises. An infrared light is not the right choice because it furnishes heat from above, dries out and induces the mother to move away. As you surely know, the organs of the puppy develop only slowly. The eyes open after the 10th day of life, the ears after the 13th. In 10 days the body weight doubles. Since the function of stomach-intestine-bladder develop very slowly, too. The stomach is stimulated by the tongue of the mother, the excrements are swallowed in the beginning. Only after the 3rd or 4rth week of life the puppy begins to produce his own immunglobulines. Since many puppy visits start after the first month it is extremely important that visitors disinfect their hands and better still, touch the puppies with gloves or not at all. The Professor recommends to put sterile paper covers over the shoes. It just is a fact that visitors bring germs in the house which the little ones aren't yet prepared for. For the same reason the mother should not have abrupt changes of domicile after three weeks prior to the birth, whereas a cat which is living in the house can have contact with her without problems, they are having the same germs.
Cutting the umbilical cord should be cut by the bitch herself possibly if she isn't exposed to too much stress doing it.
Nun zu Teil 2:
Da Hündinnen in der Regel immer mehrere Welpen zur Welt bringen, gerade Riesenschnauzer haben oft größere Würfe mit manchmal 10 oder mehr Welpen, bleibt es nicht aus, dass nicht alle Welpen überleben. Wenn ein Welpe nicht überlebensfähig ist, erkennt das die Mutter meistens als Erste und drückt ihn zur Seite, auch die anderen Geschwister vertreiben diesen von den Zitzen.
Die Umgebung spielt selbstverständlich eine grundlegende Rolle um Erkrankungen zu vermeiden. Eine zu niedrige Umgebungstemperatur, zu trockene Luft und unhygienische Zustände sind zu vermeiden, aber auch eine Umgebung die zu steril ist, nicht dass die Mutterhündin ihre eigenen Welpen nicht erkennt.
Zu glatte Böden fördern Muskelschäden bei Welpen, da sie nicht richtig lernen, sich fortzubewegen.
Now proceeding to part 2: Since bitches usually give birth to more than one puppy, especially giant schnauzers have large litters with sometimes more than 10 or more puppies, it often happens that not all the puppies survive. If a puppy isn't strong enough, the mother often realizes first and moves it to the side, the other siblings chase it from the teats. Environment is crucial in order to avoid diseases. A temperature which is too low, air too dry and mission hygiene have to be avoided. On the other side conditions which are too sterile might have as a result that the mother doesn't recognize her own children. The floor mustn't be too slippery because this causes muscle problems as the puppies don't learn how to move.
Das Muttertier muss gesund sein, dabei muss man auch beachten, dass sie keine Keime beispielsweise durch eine Mundschleimhautentzündung überträgt.
Es gibt Mütter, die in der Betreuung eher nachlässig sind und die Kinder nicht genügend beim Kot- und Urinabsatz betreuen, manchmal auch durch Überforderung bei großen Würfen. Andere übertreiben es ein bisschen und lecken ihre Welpen bis zur Nabel- oder Afterreizung.
Mutter und Welpen stellen in jedem Fall eine Einheit dar. Bei Krankheitsanzeichen müssen beide betreut werden.
Schließlich kamen noch verschiedene Krankheiten zur Sprache, unter anderem das toxische Milchsyndrom dessen Opfer gerade die kräftigsten Welpen sind, da sie am meisten trinken und am meisten von dem Toxin zu sich nehmen.
Eine andere Krankheit, das Caninis Herpes macht sich mit Erbrechen und Würgen nach dem Saugen, gelb-grün-wässrigem Kot, zunehmender Verschlechterung des Zustands, Wimmern, Atmungsstörungen und Unterkühlung bemerkbar.
The bitch must be healthy, it is extremely important that no germs are transmitted, e.g. by an oral mucositis. There are mothers who don't give enough attention and don't help enough stimulating the stomachs, sometimes they are too stressed out by large litters. Others exaggerate and the result are irritations of navel or anus. Mother and puppies are to see always as a whole. If there are signs of disease, both have to be visited. In the end specific diseases were addressed, among others the toxic milk syndrome which produces victims especially among the stronger puppies which eat most and as a consequence take in more toxine. Another disease, canines herpes, is defined by vomiting and choking after suckling, feces which are yellow-green and very liquid, condition deteriorating constantly, whining, respiratory problems and hypothermia.
Noch nicht ganz erforschte Krankheiten sind das „Swimmer Puppy Syndrom“ bei dem die Gliedmaßen des Welpen zur Seite weg rutschen und das „Fading Puppy Syndrom“ bei dem der Welpe immer schwächer wird und langsam austrocknet. Beim letzten Fall sind noch viele Fragen offen, tatsächlich besteht großes Interesse daran, dass diese Welpen zur Autopsie zur Verfügung gestellt werden um mehr Erkenntnisse zu gewinnen.
Durch diesen Vortrag wird einem wieder einmal bewusst welch große Verantwortung wir als Züchter haben. Die Möglichkeiten etwas falsch zu machen oder dass etwas schiefgeht sind vielfältig. Andererseits freuen wir uns wenn sich ein Wurf gut entwickelt hat und wir von den neuen Familien regelmäßig Rückmeldung haben, nachdem sich aus der Handvoll „Maulwurf“ wieder ein prächtiger Riesenschnauzer entwickelt hat. Kaum zu glauben, dass diese kleinen Wesen innerhalb eines Jahres so groß sind, dass sie uns ohne Probleme auf den Boden werfen könnten wenn sie wollten.
Not yet completely explored diseases are the "swimmer puppy syndrome" where extremities slide to the side and the "fading puppy syndrome" where the puppies becomes weaker and weakers and dries out slowly. In the last case there are still a lot of open questions and the scientists are eager to get those puppies for autopsy in order to get more insight.
This lecture made us realize again what a large responsibility we have as breeders. The possibilities to fail are manifold and incidents always possible. On the other side we take great joy when a litter is developing well and we have regular feedback from their new families after the palmful of mole has become a splendid giant schnauzer. Quite incredible that these small creatures can throw you down after one year without any problem if they wish to.


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